Fallakte · Deutschland · Nordrhein-Westfalen

FALLAKTE
KEVIN

Dokumentation zum Fall des Katers Kevin aus Borgentreich im Kreis Höxter. Die Akte bündelt den öffentlich nachvollziehbaren Sachstand zur Tötung des Tieres in einem Holzofen, zum Verfahren vor dem Amtsgericht Paderborn, zum Urteil gegen den Hauptangeklagten, zur Rolle des mitangeklagten Helfers und zu den rechtlichen Folgen nach dem Tierschutzgesetz.

Stand: 18.08.2026Status: Urteil 1. Instanz öffentlich berichtetOrt: Borgentreich / Muddenhagen · Kreis Höxter
01 · Kurzakte

Der Fall auf einen Blick

TierKater „Kevin“
OrtBorgentreich / Muddenhagen, Kreis Höxter
TatzeitAnfang Februar 2026
GerichtAmtsgericht Paderborn
Hauptvorwurflebendig in Holzofen gesteckt und verbrannt
HauptangeklagterLandwirt / Nachbar laut WDR
Mitangeklagter21-Jähriger Helfer beim Einfangen
Öffentlicher Stand20 Monate auf Bewährung berichtet
Gesicherter öffentlicher Kern: Der WDR berichtete nach Prozessbeobachtung und unter Berufung auf das Amtsgericht Paderborn, dass ein 51-jähriger Angeklagter aus dem Kreis Höxter wegen der grausamen Tötung des Katers Kevin zu 20 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde. Nach Überzeugung des Gerichts wurde Kevin Anfang Februar 2026 in Borgentreich lebend in einen Holzofen gesteckt und verbrannt. Ein mitangeklagter 21-Jähriger, der beim Einfangen der Katze geholfen hatte, wurde gegen Geldauflage aus dem Verfahren entlassen.
02 · Identität

Wer war Kevin?

Mehrfach berichtet

Kevin war ein Kater, der auf einem Bauernhof in Borgentreich gehalten wurde. Laut WDR entdeckte der Landwirt, dem die Katze gehörte, später die Überreste des Tieres im Ofen der Heizungsanlage des Hofes. Kevin wurde danach in der öffentlichen Berichterstattung und in Tierschutzbeiträgen als Symbol für extreme Grausamkeit gegenüber Tieren bekannt.

Öffentlich nicht umfassend dokumentiert sind Kevins exaktes Alter, sein Gesundheitszustand vor der Tat, ob er Freigänger war, wie lange er bereits auf dem Hof lebte und ob es frühere Konflikte im Umfeld des Hofes gab. Diese Punkte werden deshalb nicht als gesichert dargestellt.

Wichtig: Diese Fallakte dokumentiert Kevin als individuelles Tieropfer. Auch wenn das Strafverfahren gegen Menschen geführt wurde, bleibt der Kater selbst der Mittelpunkt der Akte.
03 · Tathergang

Was öffentlich zum Geschehen berichtet wurde

Hinweis: Der folgende Abschnitt beschreibt eine schwere Gewalttat gegen ein Tier in sachlicher Form.
Einfangen der KatzeNach WDR-Berichterstattung wurde Kevin in einem Stall eines Bauernhofes in Borgentreich eingefangen. Der 21-jährige Mitangeklagte soll dies auf Anweisung des Hauptangeklagten getan haben.
Verbringung zum OfenDer Hauptangeklagte nahm die Katze anschließend an sich und brachte sie zu einem Holzofen, mit dem Ställe des Hofes beheizt wurden.
Tötung im HolzofenNach Überzeugung des Gerichts wurde Kevin lebend in den Ofen gesteckt und verbrannt. Der Angeklagte bestritt dies im Prozess und behauptete, die Katze sei bereits tot gewesen.
EntdeckungDer Eigentümer des Hofes fand die Überreste der Katze, als er Holzpellets nachlegen wollte. Er stellte den 21-Jährigen zur Rede und erstattete später Strafanzeige gegen den 51-jährigen Nachbarn.

Eine vollständig amtliche öffentliche Rekonstruktion im Wortlaut liegt nicht vor. Der hier dargestellte Ablauf folgt dem WDR-Bericht nach Prozessbeobachtung und Gerichtsanfrage.

04 · Zeitleiste

Chronologie

TatzeitraumNach WDR und Radio Hochstift wird Kevin Anfang Februar 2026 in Borgentreich eingefangen und anschließend in einen Ofen gebracht.
Entdeckung auf dem HofDer Hofeigentümer findet Kevins Überreste beim Nachlegen von Holzpellets und erhält nach eigener Aussage vom 21-jährigen Beteiligten ein Geständnis zum Geschehen.
Überwachungskamera ausgewertetDer Hofeigentümer erkennt auf den Aufzeichnungen der Videoüberwachung den späteren Hauptangeklagten und erstattet Anzeige.
Prozess vor dem Amtsgericht PaderbornLaut Radio Hochstift und WDR beginnt bzw. läuft an diesem Tag die öffentliche Hauptverhandlung gegen einen Mann aus Borgentreich und einen 21-Jährigen aus Warburg.
Urteil wird öffentlich bekanntDer Hauptangeklagte erhält 20 Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung. Gegen den Mitangeklagten wird das Verfahren gegen Geldauflage eingestellt.
PETA fordert TierhalteverbotPETA fordert nach dem Urteil ein umfassendes Tierhalte- und Betreuungsverbot für beide beteiligten Männer.
Aktueller AktenstandEin rechtskräftiger Abschluss oder ein späteres Berufungsverfahren konnte in öffentlich zugänglichen Quellen bei der aktuellen Recherche nicht sicher bestätigt werden.
05 · Beweislage

Worauf sich das Gericht laut Berichten stützte

Gerichtlich berichtet

VideoaufnahmenDer WDR berichtete, dass Videoaufnahmen einer Überwachungskamera im Prozess abgespielt wurden. Laut Gericht war auf ihnen zu erkennen, dass der 21-Jährige die Katze einfing und der Hauptangeklagte sie übernahm.
TonaufnahmenNach WDR wurden auch Tonaufnahmen abgespielt. Sie sollen belegt haben, dass Kevin beim Einbringen in den Ofen noch lebte und dass sich der Hauptangeklagte dabei belustigt gezeigt habe.
Zeugenaussage des HofeigentümersDer Landwirt schilderte, er habe Kevins Überreste im Ofen entdeckt und anschließend den 21-Jährigen zur Rede gestellt.
Aussage des MitangeklagtenDer 21-Jährige räumte seine Beteiligung am Einfangen ein und erklärte nach WDR, er habe nicht gewusst, was der ältere Angeklagte mit der Katze vorhatte.
Einlassung des HauptangeklagtenDieser bestritt die Tat bis zuletzt und behauptete, Kevin sei bereits tot gewesen. Der Richter bewertete diese Darstellung laut WDR als "Märchen".
MotivlageEin konkretes Motiv konnte im Prozess laut WDR nicht abschließend aufgeklärt werden.
Transparenz: Die Akte stützt sich hier auf zusammenfassende Gerichtsberichterstattung, nicht auf die schriftlichen Urteilsgründe. Sobald ein schriftliches Urteil öffentlich zugänglich wäre, könnte die Beweiswürdigung noch präziser eingearbeitet werden.
06 · Strafverfahren

Prozess und Urteil gegen den Hauptangeklagten

Öffentlich berichtet

Nach dem WDR verurteilte das Amtsgericht Paderborn den Hauptangeklagten wegen der grausamen Tötung des Katers Kevin zu 20 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Richter und Staatsanwältin bezeichneten die Tat als bestialisch und grausam. Die Staatsanwältin hatte laut WDR eine Haftstrafe von zwei Jahren zur Bewährung gefordert; die Verteidigung plädierte auf Freispruch.

Der Angeklagte bestritt bis zum letzten Wort, Kevin lebend in den Ofen gesteckt zu haben. Öffentlich belegt ist außerdem, dass das Urteil zunächst nicht rechtskräftig war und Rechtsmittel eingelegt werden konnten. Ob tatsächlich Berufung eingelegt wurde oder das Urteil später rechtskräftig wurde, konnte in frei zugänglichen verlässlichen Quellen bislang nicht sicher bestätigt werden.

Hauptstrafe20 Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung laut WDR
Zusätzliche ZahlungWDR: 2.500 € an das Paderborner Tierheim; Radio Hochstift berichtet abweichend von 2.000 € an „Tiere in Not“
Öffentlicher Status1. Instanz öffentlich berichtet; Rechtskraft unklar
Bewertung des Gerichtsbesonders empathielos, grausam und bösartig
Unklare Nebendetails: In den verfügbaren Berichten gibt es Abweichungen bei Alter und Zahlungsauflage. Die Kernpunkte – Schuldspruch in 1. Instanz, 20 Monate auf Bewährung und die Feststellung, dass Kevin lebte – sind dagegen konsistent.
07 · Zweitbeteiligter

Die Rolle des Mitangeklagten

Ein 21-jähriger Mitangeklagter aus Warburg war laut WDR und Radio Hochstift daran beteiligt, Kevin einzufangen. Nach WDR half er "teilweise" und war bei der eigentlichen Tötung nicht anwesend. Sein Verfahren wurde gegen eine Geldauflage eingestellt. Laut WDR trug seine Aussage zugleich zur Aufklärung des Falls bei.

Öffentlich nicht vollständig geklärt ist, wann genau dem 21-Jährigen bewusst wurde, was mit Kevin geschehen sollte, und in welchem Umfang er die weitere Tatentwicklung voraussehen konnte. Diese Punkte sind für die moralische und rechtliche Einordnung relevant und werden daher in der Akte offen benannt.

08 · Prüfpunkte

Offene Fragen

  • Wurde gegen das Urteil der ersten Instanz Berufung oder ein anderes Rechtsmittel eingelegt?
  • Liegt ein rechtskräftiger Abschluss des Verfahrens inzwischen vor?
  • Wie lauteten die schriftlichen Urteilsgründe im Detail?
  • Welche genaue tierärztliche bzw. forensische Untersuchung zu Kevins Tod wurde vorgenommen?
  • Gab es frühere Auffälligkeiten oder Hinweise auf Gewalt im Umfeld des Hauptangeklagten?
  • Warum genau wurde Kevin ausgewählt, eingefangen und zum Ofen gebracht?
  • Welche konkrete Auflage erhielt der Mitangeklagte und an welche Einrichtung floss sie?
  • Wurde oder wird ein Tierhalte- und Betreuungsverbot nach § 20 oder § 20a TierSchG geprüft?
  • Gab es weitere Zeugen, zusätzliche Aufzeichnungen oder Beweismittel neben den im Prozess genannten Medien?
09 · Rechtslage

Tierschutzrechtliche Einordnung

§ 1 TierSchGTieren dürfen ohne vernünftigen Grund keine Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden.
§ 4 TierSchGDas Töten von Wirbeltieren ist so vorzunehmen, dass Schmerzen nur unter den gesetzlich eng geregelten Voraussetzungen auftreten.
§ 17 TierSchGStrafbar ist unter anderem, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten oder ihm aus Rohheit erhebliche Leiden zuzufügen.
§ 20 TierSchGNach einer rechtswidrigen Tat nach § 17 kann ein gerichtliches Tierhalte- oder Betreuungsverbot angeordnet werden.
§ 20a TierSchGBereits vor Rechtskraft kann unter engen Voraussetzungen ein vorläufiges Tierhalte- und Betreuungsverbot angeordnet werden.
§ 16a TierSchGDie Veterinärbehörde kann notwendige Anordnungen treffen, um weitere Verstöße zu verhindern.
Einordnung: Falls Kevin – wie vom Gericht laut WDR festgestellt – lebend in einen Ofen gesteckt wurde, handelt es sich um einen besonders schweren Kernbereich tierschutzstrafrechtlicher Gewalt. Genau deshalb ist neben der Strafe auch die Frage eines dauerhaften Tierhalteverbots zentral.
10 · TYRV

Warum TYRV diesen Fall dokumentiert

Dokumentation extremer GewaltDer Fall Kevin steht exemplarisch für rohe und besonders grausame Tötungshandlungen gegen Tiere.
Trennung von Fakten und EmpörungAuch bei maximaler Schwere des Vorwurfs wird sauber zwischen Gerichtsfeststellungen, Medienangaben und offenen Punkten getrennt.
Blick auf NebenfolgenDie Akte thematisiert nicht nur die Strafe, sondern ausdrücklich auch die Frage von Tierhalte- und Betreuungsverboten.
VergleichbarkeitKevin wird im gleichen Format wie Schmotzer, Jette, Buddy und Eddy dokumentiert, damit Muster von Gewalt, Ermittlungsarbeit und Rechtsfolgen vergleichbar bleiben.
Öffentliche NachvollziehbarkeitDie Akte bündelt die verstreuten öffentlichen Informationen an einem Ort und macht Widersprüche transparent.
11 · OpenStreetMap

Tatortkarte

Die Karte markiert den öffentlich bekannten Fallraum im Bereich Borgentreich-Muddenhagen. Eine exakte Hausadresse des Hofes wird hier nicht behauptet, solange sie nicht belastbar und verantwortbar veröffentlicht ist.

Fallraum Kevin · Borgentreich-MuddenhagenÖffentlich dokumentierter Raum des Geschehens im Kreis Höxter. Der TYRV-Locator markiert den Fallbereich, nicht zwingend die exakte Hofeinfahrt.
In OpenStreetMap öffnen
Genauigkeit: Der Ortsteil Muddenhagen wird von Radio Hochstift als Lage des Hofes genannt. Die hier gesetzte Koordinate liegt deshalb im Bereich Muddenhagen und dient der räumlichen Einordnung, nicht der Veröffentlichung einer privaten Tatadresse.
12 · Pressespiegel

Presseberichte und öffentliche Quellen

13 · Bilddokumentation

Galerie

Das bereitgestellte Fallaktenbild wird für Kevin als zentrales visuelles Motiv verwendet. Weitere Bilder können ergänzt werden, sobald eigene oder freigegebene Aufnahmen vorliegen.

14 · Faktencheck

Nicht oder nicht vollständig verifizierte Angaben

  • Exakte Hofadresse: öffentlich nicht belastbar bestätigt; die Karte nutzt daher nur den Fallraum Muddenhagen.
  • Alter des Hauptangeklagten: Medien berichten teils 50, teils 51 Jahre.
  • Höhe und Empfänger einzelner Geldauflagen: WDR und Radio Hochstift nennen unterschiedliche Zahlen bzw. Einrichtungen.
  • Rechtskraft / Berufung: Ein abschließender Nachweis zum weiteren Instanzenzug konnte nicht sicher gefunden werden.
  • Vollständige schriftliche Urteilsgründe: öffentlich nicht vorliegend.
  • Detailliertes veterinärmedizinisches Gutachten: öffentlich nicht zugänglich.
15 · Beleglage

Tragende Quellen

WDR – Tierquäler verurteilt: Katze lebendig im Ofen verbranntProzessbeobachtung, Urteil, Beweismittel, Rolle des 21-Jährigen und Hinweis auf offene Rechtskraft.
Radio Hochstift – Vorbericht zum ProzessÖffentlicher Prozessbeginn und Anklagekern.
Radio Hochstift – Bewährungsstrafe für BorgentreicherUrteilszusammenfassung mit Ortsteil Muddenhagen und Hinweis auf fehlende Rechtskraft.
PETA – Forderung nach Tierhalte- und BetreuungsverbotTierschutzrechtliche Einordnung und Forderung nach Nebenfolgen.
§ 1 TierSchGGrundsatz des Tierschutzrechts.
§ 4 TierSchGVorgaben zum Töten von Wirbeltieren.
§ 17 TierSchGStrafvorschrift Tierquälerei / Tötung ohne vernünftigen Grund.
§ 20 TierSchGTierhalte- und Betreuungsverbot.
§ 20a TierSchGVorläufiges Tierhalte- und Betreuungsverbot.
§ 16a TierSchGBehördliche Maßnahmen.
16 · Transparenz

Sicherheitsbewertung der Akte

Hohe Sicherheit: Borgentreich als Fallort im Kreis Höxter; Tötung des Katers Kevin in einem Holzofen; Prozess vor dem Amtsgericht Paderborn; 20 Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung gegen den Hauptangeklagten; Einstellung des Verfahrens gegen den 21-Jährigen gegen Geldauflage; die gerichtliche Feststellung, dass Kevin lebte.

Mittlere Sicherheit: genaue Rolle und innere Kenntnislage des 21-Jährigen, weil hierzu nur zusammenfassende Berichte vorliegen.

Niedrigere Sicherheit / offen: exakte Adresse des Hofes, Rechtskraft des Urteils, exakter Auflagenbetrag, vollständige schriftliche Urteilsgründe und ein möglicher weiterer verwaltungsrechtlicher Verlauf.