Fallakte · Kärnten · Österreich

Hündin Roxy
Kärnten

Ausführliche TYRV-Fallakte zur Tierheimhündin Roxy aus Kärnten. Der Fall verbindet eine zunächst unauffällige Probevermittlung aus dem Tierschutz-Kompetenzzentrum Klagenfurt (TIKO) mit einer späteren Tötung durch Messerstiche, einer massiven Gewaltdynamik und einem rechtskräftigen Urteil am Landesgericht Klagenfurt.

Sachstand: 18.08.2026Status: Urteil rechtskräftigTatzeitraum: Jänner 2021Bezug: Kärnten · Klagenfurt / Feldkirchen
01 · Überblick

Kurzprofil der Fallakte

FallbezeichnungRoxy · Kärnten
TierartSchäfer-Dobermann-Mischlingshündin
OrtKlagenfurt / Kärnten
StatusUrteil rechtskräftig

Roxy war eine etwa drei Jahre alte Mischlingshündin aus dem Tierschutz-Kompetenzzentrum Klagenfurt (TIKO). Öffentlich gesichert ist, dass sie im Zuge einer Probevergabe an einen Interessenten abgegeben wurde, danach nicht wie vereinbart zurückgebracht und später mit mehreren Messerstichen getötet an einer Altstoffsammelstelle bzw. einem Altstoffsammelzentrum aufgefunden wurde. Im weiteren Verlauf wurde ein 40-Jähriger wegen Tierquälerei und gefährlicher Drohung verurteilt; das Urteil wurde nach ORF Kärnten rechtskräftig.

Besondere Fallrelevanz: Der Fall Roxy gehört zu den öffentlich besonders eindrücklichen Tierquälereifällen aus Österreich, weil er nicht nur die Tötung eines anvertrauten Tierheimhundes betrifft, sondern laut späteren Berichten auch als Gewalt-Voralarm im Zusammenhang mit einer möglichen Bedrohung eines Menschen gesehen wurde.
02 · Faktensicherung

Gesicherter Kern des Falls

Primär bzw. stark belegt

  • Roxy war eine Tierheimhündin aus dem TIKO Klagenfurt.
  • Sie wurde im Rahmen einer Probevermittlung an einen Mann abgegeben.
  • Die Hündin wurde nicht zurückgebracht, obwohl eine Rückgabe vereinbart war.
  • Roxy wurde später mit mehreren Messerstichen getötet bei einer Altstoffsammelstelle / einem Altstoffsammelzentrum aufgefunden.
  • Ein 40-Jähriger wurde am 03.03.2021 am Landesgericht Klagenfurt rechtskräftig wegen Tierquälerei und gefährlicher Drohung zu acht Monaten Haft (zwei unbedingt) und Einweisung in eine Anstalt verurteilt.

Später berichtete, aber gut dokumentierte Elemente

  • Nach ORF Kärnten gab der Mann an, die Tötung des Tieres sei ein „Probelauf“ gewesen; eigentliches Ziel sei seine Ex-Freundin gewesen.
  • Ein Sachverständiger berichtete laut ORF, dass Roxy nicht nur erstochen, sondern auch geschlagen und getreten worden sei.
  • Ein Teil der zahlreichen Messerstiche soll dem Tier laut Gutachten erst nach dem Tod beigebracht worden sein.
Transparenzhinweis: Nicht jede spätere journalistische Zuspitzung ist identisch mit der juristischen Begründung des Urteils. Wo möglich, orientiert sich diese Akte vorrangig an den ORF-Berichten als nahe Primärberichterstattung zum Fallverlauf.
03 · Verlauf

Chronologie

Probevergabe aus dem TierheimRoxy wird nach mehreren Kennenlern-Spaziergängen im Rahmen einer Probevergabe an einen Mann übergeben. Nach Angaben des TIKO verlief der Vergabeprozess zunächst positiv und unauffällig.
Rückgabe vereinbartNach einigen Wochen meldet sich der Mann und erklärt, Roxy sei im Umgang mit anderen Hunden zu fordernd. Gemeinsam wird vereinbart, die Hündin wieder ins Tierheim zurückzunehmen.
Roxy wird nicht zurückgebrachtDer Mann erscheint nicht zur Rückgabe und ist auch telefonisch nicht erreichbar. Stattdessen wird Roxy Tage später tot aufgefunden.
Öffentliche BekanntmachungORF Kärnten berichtet über den Fall: Roxy wurde mit mehreren Messerstichen getötet und bei einer Altstoffsammelstelle aufgefunden. Das TIKO äußert sich tief erschüttert.
U-Haft und TatkontextORF Kärnten berichtet, dass der 40-Jährige in Untersuchungshaft sitzt. Laut Staatsanwaltschaft habe er angegeben, die Tötung sei ein „Probelauf“ gewesen, das eigentliche Ziel sei seine Ex-Freundin gewesen.
Urteil am Landesgericht KlagenfurtDer Mann wird rechtskräftig wegen Tierquälerei und gefährlicher Drohung verurteilt. Nach ORF: 8 Monate Haft, davon 2 unbedingt, dazu Einweisung in eine Anstalt.
Nachwirkung im TIKOIm TIKO-Jahresbericht 2021 wird Roxy als Symbolfall aufgegriffen; unter dem Hashtag #Roxyslebenzählt wird auf das Lebensrecht und den Schutz von Tieren hingewiesen.
04 · Ortsbezug

Fallraumkarte

Die öffentlich verfügbare Berichterstattung verortet den Fall in Kärnten mit starkem Bezug zu Klagenfurt: Dort befand sich das TIKO, dort wurde der Fall öffentlich bekannt und dort fand das Gerichtsverfahren am Landesgericht Klagenfurt statt. Der exakte Ablageort des Kadavers an einem Altstoffsammelzentrum wurde in den frei zugänglichen Primärberichten nicht präzise mit Koordinaten veröffentlicht. Die Karte markiert deshalb den allgemeinen Fallraum Klagenfurt.

Hinweis zur Genauigkeit: Der Marker zeigt den allgemeinen Fallraum Klagenfurt. Er markiert nicht den exakten Fund- oder Tatort.
05 · Gericht

Gerichtsverfahren und Urteil

GerichtLandesgericht Klagenfurt
Urteilstag03.03.2021
SchuldspruchTierquälerei und gefährliche Drohung
Strafe8 Monate Haft, davon 2 Monate unbedingt, plus Einweisung in eine Anstalt

Nach ORF Kärnten legte der Angeklagte ein Geständnis ab. Der Fall wurde nicht nur unter dem Aspekt der Tierquälerei behandelt, sondern auch vor dem Hintergrund einer massiven Gefährdungslage gegenüber seiner Ex-Freundin. Gerade dieser Zusammenhang macht den Fall Roxy aus kriminalpsychologischer Perspektive so relevant: Gewalt gegen Tiere erscheint hier nicht als isolierter Vorgang, sondern als Warnsignal für mögliche Gewalt gegen Menschen.

Öffentlich hervorgehobener Kern des Urteils: Laut ORF war der Angeklagte stark alkoholisiert; zugleich wurden ein erhebliches Alkoholproblem, Aggressionsausbrüche und eine Wiederholungsgefahr im Kontext weiteren Alkoholkonsums thematisiert.
06 · Beweislage

Beweislage und belastbare Elemente

Gesichert oder sehr gut dokumentiert

  • Roxy wurde während einer Probevermittlung nicht zurückgebracht.
  • Die Hündin wurde tot aufgefunden und wies mehrere Stichverletzungen auf.
  • Es kam zu einem Strafverfahren mit rechtskräftigem Urteil.
  • Der Fall war mit dem Vorwurf der gefährlichen Drohung gegenüber der Ex-Freundin verbunden.

Wesentliche gutachtliche Punkte laut Gerichtsberichterstattung

  • Roxy wurde laut Sachverständigem geschlagen und getreten.
  • Es gab zahlreiche Messerstiche; ORF nennt 36 Stiche.
  • Die meisten Stiche seien dem Tier nach dem Tod beigebracht worden.

Offene bzw. nicht vollständig publizierte Punkte

  • Der exakte Tatort wurde in den öffentlich zugänglichen Berichten nicht präzise benannt.
  • Nicht jede Einzelheit der richterlichen Begründung liegt in frei zugänglicher Vollständigkeit vor.
  • Auch wenn der Fall rechtskräftig entschieden ist, bleiben manche psychologischen Beweggründe nur aus Sekundärberichten erschließbar.
07 · Rechtsrahmen

Rechtslage

Im österreichischen Kontext standen im Zentrum des Verfahrens die Delikte Tierquälerei und gefährliche Drohung. Ergänzend zeigt der Fall, wie wichtig der Zusammenhang zwischen Tiergewalt und möglicher Gewalt gegen Menschen aus präventiver Sicht ist. Für TYRV ist Roxy daher nicht nur ein dokumentierter Tierquälereifall, sondern auch ein Beispiel dafür, warum Tierquälerei als frühes Warnsignal verstanden werden muss.

KernvorwurfTötung und Misshandlung eines anvertrauten Hundes.
BegleitdeliktGefährliche Drohung im Kontext der Ex-Freundin.
Gerichtliche FolgeTeilbedingte Haft plus Anstaltsunterbringung.
Präventiver WertDer Fall zeigt die Relevanz früher Intervention bei Tiergewalt.
08 · Projekt TYRV

TYRV-Einordnung des Falls

1Roxy ist ein Schlüsselfall für die Verbindung von Tierquälerei und möglicher Eskalation zu Gewalt gegen Menschen.
2Der Fall zeigt, wie ein äußerlich unauffälliger Vermittlungsprozess in extreme Gewalt umschlagen kann.
3Die Dokumentation schafft einen belastbaren Überblick für Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärung und spätere Verweise.
Fall auf Startseite eingebundenRoxy wird als eigenständige Fallakte im TYRV-Archiv sichtbar gemacht.
Chronologie und Urteil aufbereitetDer Ablauf von der Probevergabe bis zum rechtskräftigen Urteil ist geordnet dokumentiert.
Gewaltdynamik eingeordnetDie Verbindung zwischen Tiergewalt und Bedrohung eines Menschen wird transparent herausgearbeitet.
AktualisierbarSollte ergänzendes Material, etwa ein genauerer Fundort oder Gerichtsunterlagen, auftauchen, kann die Akte fortgeschrieben werden.
09 · Pressespiegel

Presseberichte und Dokumentation

10 · Bilddokumentation

Galerie

11 · Offene Punkte

Offene Fragen

  • Welcher exakte Ort war Tatort, und welcher exakte Ort war der Ablageort an einem Altstoffsammelzentrum?
  • Gibt es öffentlich zugängliche weitere Gerichtsunterlagen oder schriftliche Urteilsbegründungen?
  • Welche Lehren wurden im Tierschutzbereich aus diesem Fall für Probevergaben und Rückholprozesse gezogen?
  • Welche zusätzlichen Schutzmechanismen lassen sich aus der Verbindung von Tiergewalt und Partnergewalt ableiten?
12 · Quellen

Tragende Quellen

ORF Kärnten – Hündin mit Messerstichen getötetWesentliche Primär-/Basisquelle zum Auffinden Roxys und zur Reaktion des TIKO.
ORF Kärnten – Erstochene Hündin: Ziel war Ex-FreundinQuelle zum Haftstand und zum von der Staatsanwaltschaft dargestellten Gewaltdrohungskontext.
ORF Kärnten – Hund erstochen: Haft und EinweisungQuelle zum rechtskräftigen Urteil und zu den im Verfahren berichteten gutachtlichen Feststellungen.
TIKO Jahresbericht 2021Dokumentiert die Nachwirkung des Falls Roxy im Tierheim- und Tierschutzkontext.
13 · Transparenz

Sicherheitsbewertung der Akte

Hohe Sicherheit: Roxy als TIKO-Hündin, Probevergabe, Nicht-Rückgabe, Auffinden mit Messerstichen, Untersuchungshaft, Gerichtsverfahren und rechtskräftiges Urteil am 03.03.2021.

Mittlere bis hohe Sicherheit: Die im ORF berichtete Einlassung, die Tötung sei ein „Probelauf“ für eine Tat gegen die Ex-Freundin gewesen, sowie die gutachtlich berichteten Details zu Schlägen, Tritten und einer hohen Zahl von Messerstichen.

Offen: genaue Koordinaten des Fund- oder Tatortes, vollständige schriftliche Urteilsbegründung in frei zugänglicher Form und einzelne Details zum Ablauf unmittelbar vor der Tötung.