Kurzprofil der Fallakte
Roxy war eine etwa drei Jahre alte Mischlingshündin aus dem Tierschutz-Kompetenzzentrum Klagenfurt (TIKO). Öffentlich gesichert ist, dass sie im Zuge einer Probevergabe an einen Interessenten abgegeben wurde, danach nicht wie vereinbart zurückgebracht und später mit mehreren Messerstichen getötet an einer Altstoffsammelstelle bzw. einem Altstoffsammelzentrum aufgefunden wurde. Im weiteren Verlauf wurde ein 40-Jähriger wegen Tierquälerei und gefährlicher Drohung verurteilt; das Urteil wurde nach ORF Kärnten rechtskräftig.
Gesicherter Kern des Falls
Primär bzw. stark belegt
- Roxy war eine Tierheimhündin aus dem TIKO Klagenfurt.
- Sie wurde im Rahmen einer Probevermittlung an einen Mann abgegeben.
- Die Hündin wurde nicht zurückgebracht, obwohl eine Rückgabe vereinbart war.
- Roxy wurde später mit mehreren Messerstichen getötet bei einer Altstoffsammelstelle / einem Altstoffsammelzentrum aufgefunden.
- Ein 40-Jähriger wurde am 03.03.2021 am Landesgericht Klagenfurt rechtskräftig wegen Tierquälerei und gefährlicher Drohung zu acht Monaten Haft (zwei unbedingt) und Einweisung in eine Anstalt verurteilt.
Später berichtete, aber gut dokumentierte Elemente
- Nach ORF Kärnten gab der Mann an, die Tötung des Tieres sei ein „Probelauf“ gewesen; eigentliches Ziel sei seine Ex-Freundin gewesen.
- Ein Sachverständiger berichtete laut ORF, dass Roxy nicht nur erstochen, sondern auch geschlagen und getreten worden sei.
- Ein Teil der zahlreichen Messerstiche soll dem Tier laut Gutachten erst nach dem Tod beigebracht worden sein.
Chronologie
Fallraumkarte
Die öffentlich verfügbare Berichterstattung verortet den Fall in Kärnten mit starkem Bezug zu Klagenfurt: Dort befand sich das TIKO, dort wurde der Fall öffentlich bekannt und dort fand das Gerichtsverfahren am Landesgericht Klagenfurt statt. Der exakte Ablageort des Kadavers an einem Altstoffsammelzentrum wurde in den frei zugänglichen Primärberichten nicht präzise mit Koordinaten veröffentlicht. Die Karte markiert deshalb den allgemeinen Fallraum Klagenfurt.
Gerichtsverfahren und Urteil
Nach ORF Kärnten legte der Angeklagte ein Geständnis ab. Der Fall wurde nicht nur unter dem Aspekt der Tierquälerei behandelt, sondern auch vor dem Hintergrund einer massiven Gefährdungslage gegenüber seiner Ex-Freundin. Gerade dieser Zusammenhang macht den Fall Roxy aus kriminalpsychologischer Perspektive so relevant: Gewalt gegen Tiere erscheint hier nicht als isolierter Vorgang, sondern als Warnsignal für mögliche Gewalt gegen Menschen.
Beweislage und belastbare Elemente
Gesichert oder sehr gut dokumentiert
- Roxy wurde während einer Probevermittlung nicht zurückgebracht.
- Die Hündin wurde tot aufgefunden und wies mehrere Stichverletzungen auf.
- Es kam zu einem Strafverfahren mit rechtskräftigem Urteil.
- Der Fall war mit dem Vorwurf der gefährlichen Drohung gegenüber der Ex-Freundin verbunden.
Wesentliche gutachtliche Punkte laut Gerichtsberichterstattung
- Roxy wurde laut Sachverständigem geschlagen und getreten.
- Es gab zahlreiche Messerstiche; ORF nennt 36 Stiche.
- Die meisten Stiche seien dem Tier nach dem Tod beigebracht worden.
Offene bzw. nicht vollständig publizierte Punkte
- Der exakte Tatort wurde in den öffentlich zugänglichen Berichten nicht präzise benannt.
- Nicht jede Einzelheit der richterlichen Begründung liegt in frei zugänglicher Vollständigkeit vor.
- Auch wenn der Fall rechtskräftig entschieden ist, bleiben manche psychologischen Beweggründe nur aus Sekundärberichten erschließbar.
Rechtslage
Im österreichischen Kontext standen im Zentrum des Verfahrens die Delikte Tierquälerei und gefährliche Drohung. Ergänzend zeigt der Fall, wie wichtig der Zusammenhang zwischen Tiergewalt und möglicher Gewalt gegen Menschen aus präventiver Sicht ist. Für TYRV ist Roxy daher nicht nur ein dokumentierter Tierquälereifall, sondern auch ein Beispiel dafür, warum Tierquälerei als frühes Warnsignal verstanden werden muss.
TYRV-Einordnung des Falls
Presseberichte und Dokumentation
Galerie

Offene Fragen
- Welcher exakte Ort war Tatort, und welcher exakte Ort war der Ablageort an einem Altstoffsammelzentrum?
- Gibt es öffentlich zugängliche weitere Gerichtsunterlagen oder schriftliche Urteilsbegründungen?
- Welche Lehren wurden im Tierschutzbereich aus diesem Fall für Probevergaben und Rückholprozesse gezogen?
- Welche zusätzlichen Schutzmechanismen lassen sich aus der Verbindung von Tiergewalt und Partnergewalt ableiten?
Tragende Quellen
Sicherheitsbewertung der Akte
Hohe Sicherheit: Roxy als TIKO-Hündin, Probevergabe, Nicht-Rückgabe, Auffinden mit Messerstichen, Untersuchungshaft, Gerichtsverfahren und rechtskräftiges Urteil am 03.03.2021.
Mittlere bis hohe Sicherheit: Die im ORF berichtete Einlassung, die Tötung sei ein „Probelauf“ für eine Tat gegen die Ex-Freundin gewesen, sowie die gutachtlich berichteten Details zu Schlägen, Tritten und einer hohen Zahl von Messerstichen.
Offen: genaue Koordinaten des Fund- oder Tatortes, vollständige schriftliche Urteilsbegründung in frei zugänglicher Form und einzelne Details zum Ablauf unmittelbar vor der Tötung.